Altenteil

Das Altenteil - auch Altgeding, Ausgedinge, Austrag, Leibgeding, Leibzucht, Austrag genannt - ist kein eigenständiges dingliches Recht, sondern eine Form der Altersvorsorge, vormals vorrangig im landwirtschaftlichen Bereich. Es handelt sich um eine vertragliche Vereinbarung zur Übergabe eines Betriebes oder von Immobilien zwischen dem bisherigen Eigentümer und seinem Nachfolger. Für die Überlassung verpflichtet sich der Nachfolger gegenüber dem Berechtigten beispielsweise zu Naturalleistungen, der Überlassung von Nutzungsrechten oder einer fortlaufenden Rentenzahlung (z.B. Leibrente). So kann dem Berechtigten beispielsweise ein lebenslanges Wohnrecht oder ein Nießbrauch für die Immobilie gewährt werden. Auch eine Leibrente als monatliche Zahlung wäre eine mögliche Altenteil Vereinbarung. Pflegedienstleistungen im Alter können ebenfalls Gegenstand des Vertrags sein. Früher waren auch Naturalleistungen, meist in landwirtschaftlichen Betrieben üblich.


Die Regelungen zum Altenteil mit seinen Belastungen auf das Grundstück muss im Grundbuch eingetragen werden. Die Altenteilregelung hat den Vorteil, dass die Erbfolge vorweggenommen werden kann und der Nachfolger sein Erbe sofort übernehmen kann. Gleichzeitig ist das Grundstück jedoch im Grundbuch belastet. Dies mindert den Verkehrswert respektive den niedrigeren gemeinen Wert nach Bewertungsgesetz (BewG). Der Nachweis eines niedrigeren gemeinen Wert gegenüber den Finanzämtern steht jedem Steuerpflichtigen nach § 198 BewG zu. Erforderlich ist ein Gutachten von einem Sachverständigen für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken (Erlass der obersten Finanzbehörden der Länder vom 19. Febr. 2014).

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